Knochenschule

- Was ist Osteoporose und wer kann betroffen sein?
- Welche Risikofaktoren gibt es?
- Wie kann ich vorbeugen?
- Was kann ich bei Schmerzen tun?
- Wo finde ich Gleichgesinnte?
Was ist Osteoporose und wer kann betroffen sein?
Osteoporose ist eine Erkrankung, deren Verlauf mit Knochendichteschwund verbunden ist. Innerhalb der Knochen verändert sich die Struktur. Sie werden hohl und dadurch porös. Die damit verbundene Abnahme der Knochenmasse führt gleichermaßen zum erhöhten Knochenbruchrisiko. Fachleute bezeichnen Osteoporose als eine systematische Erkrankung des Skelettsystems mit Verringerung der Knochenmasse und Verschlechterung der Mikroarchitektur.
Unsere Knochendichte erreicht in der Kindheit und Jugend durch optimale Calciumzufuhr und Belastung des Skeletts ihr Maximum. Bei Frauen kommt es ab der Menopause zu einem starken Abfall der Knochendichte. Grund dafür ist die sinkende Östrogenproduktion. Bei Männern kommt es erst ab dem 60. Lebensjahr zum Abfall der Knochendichte. In Folge dessen sind viel mehr Frauen als Männer von dieser Krankheit betroffen. Man spricht von einem ca. 80 %-igen Frauenanteil und einem 20 %-igen Männeranteil unter den Erkrankten.
Welche Risikofaktoren gibt es?
Eine vernünftige Belastung des Skeletts verbunden mit einer optimalen Calciumzufuhr sind die wichtigsten Vorraussetzungen für eine hohe Knochendichte.Deshalb zählt chronischer Bewegungsmangel zu den wichtigsten Risikofaktoren bei Osteoporose. Auch bei jungen Menschen! Durch das Ruhigstellen von Frakturen über mehrere Wochen kann man bis zu 6 % der Knochenmasse verlieren und nur wenige Monate Bettlägerigkeit reichen aus, um sogar bis zu 30 % der Knochenmasse zu verlieren. Extreme sportliche Aktivität führt auf Dauer zu einem geringen Anteil an Körperfett womit wiederum die Gefahr von Belastungsbrüchen steigt.
Diäten und Fehlernährungen führen meist zu einer Störung des Knochenstoffwechsels und erhöhen das Risiko für Knochenfrakturen. Die bei Diäten reduzierte Ernährung sollte also ausgewogen sein und nicht weniger als 1.600 kcal haben. Rauchen verdoppelt das Osteoporose -Risiko. Die chemischen Substanzen des Zigarettenrauchs hemmen die Östrogenproduktion und fördern den Östrogenabbau in der Leber und führen bei Frauen zum früheren Eintritt der Menopause. Des Weiteren werden auch knochenaufbauende Zellen in ihrer Produktion gehemmt. Das Risiko für Osteoporose steigt auch, wenn ein Familienmitglied ersten Grades bereits an Osteoporose erkrankt ist oder knochenschwächende Medikamente (z.B. Kortison) eingenommen werden müssen.
Wie kann ich vorbeugen?
Bedeutung der ErnährungDurch eine gesunde und ausgewogene Ernährung wird der Knochen widerstandsfähiger und gegenüber Osteoporose weniger anfällig. Das gilt besonders bis zum 30. Lebensjahr! Calcium ist Hauptbestandteil des Knochengewebes und ist damit essentieller Bestandteil einer gesunden und knochenfreundlichen Ernährung. Der tägliche Calciumbedarf beträgt bei Kindern und Jugendlichen 1.000 - 1.500 mg pro Tag und bei Erwachsenen mindestens 1.200 mg pro Tag.
Eine ebenfalls wichtige Rolle bei der Ernährung spielt das Vitamin D, da es eine unverzichtbare Funktion bei der Calciumabsorption und in der Sicherstellung der Erneuerung und Mineralisierung des Knochengewebes einnimmt. Darüber hinaus beeinflussen die Vitamine A, K und B12 sowie Folsäure die Entwicklung der Knochenzellen und deren Bestand. Ernährungsberater raten zu mehr Calcium und wenig Phosphat in der Nahrung! Übermäßige Diäten, überhöhter Kaffeegenuss, Missbrauch von Abführmitteln können ebenfalls zur Mangelversorgung mit Calcium und Vitamin D führen, und daher eine Osteoporosen nach sich ziehen.
| Weniger Phosphor – Mehr Calcium | |
| günstige Verhältnisse (1:1) | Milch, Milchprodukte, Gemüse, Obst, Kräuter |
| akzeptable Verhältnisse (1:2 bis 1:10) | Getreide (Vollkorn), Hülsenfrüchte, Fisch |
| ungünstige Verhältnisse (1:10 bis 1:50) | Fleisch und Wurst |
Calciumanteile in Lebensmitteln
| Calciumreiche Nahrungsmittel | Calciumanteil in mg je 100 g | Calciumarme Nahrungsmittel | Calciumanteil in mg je 100 g |
| Apfelsinen |
30 |
Äpfel |
7 |
| Basilikum |
2070 |
Bier |
3 |
| Brombeersaft |
40 |
Champignons |
8 |
| Grünkohl |
210 |
Gans |
8 |
| Joghurt |
145 |
Orangensaft |
11 |
| Käse (Hartkäse) 30% Fett i. Tr. |
820 |
Rindfleisch |
4 |
| Vollmilch |
125 |
Schweinefleisch |
3 |
| Schokolade | 215 | Zucker | 1 |
Knochenfreundliche Rezepte
| Brotaufstriche | ||
| Käsecréme Meerettich-Dip |
60 g Fetakäse (45 %) 50 g Joghurt natur (1,5 %) 1 rote Paprika Pfeffer Basilikum (frisch) 200 g Joghurt 50 g Schmand 50 g Magerquark 1 EL geriebener Meerrettich Pfeffer, evtl. Jodsalz |
Die Paprikaschote sehr fein würfeln, das Basilikum hacken. Fetakäse mit der Gabel zerdrücken, mit dem Joghurt vermischen und mit Pfeffer abschmecken. Zum Schluss die feinen Paprikawürfel und das gehackte Basilikum untermischen. Enthält: 159 kcal, 12 g Eiweiß, 11 g Fett, 2 g KH, 250 mg Calcium Joghurt, Schmand und Quark glatt rühren, Meerrettich zugeben und mit Salz und Pfeffer abschmecken. Dieser Dip passt zu kaltem Braten oder Kassler. Enthält: 140 kcal, 8 g Eiweiß, 5 g Fett, 6 g KH, 165 mg Calcium |
| Suppen | ||
| Würzige Käsecréme-Suppe |
2 Zwiebeln 40 g Butter 30 g Mehl ½ l fettarme Milch (1,5 %) ½ l Gemüsebrühe 150 g Gouda (fein gerieben) 1 kl. Lauchstange oder 2 Frühlingszwiebeln 2 Eigelb 2 EL Milch Pfeffer, Salz, Muskat, Petersilie, Schnittlauch |
Die Zwiebeln würfeln, die Lauchstange in feine Ringe schneiden (gut waschen) und in der heißen Butter glasig dünsten, mit Mehl bestäuben und mit der Milch und der Gemüsebrühe ablöschen. Den geriebenen Käse einstreuen und schmelzen lassen, den Topf von der Herdplatte ziehen. Eigelb und Milch verquirlen, unter die Suppe rühren und mit den Gewürzen abschmecken. Vor dem Servieren mit frischen Kräutern bestreuen. Enthält: 150 kcal, 14 g Eiweiß, 9 g Fett, 4 g KH, 245 mg Calcium |
| Hauptspeise | ||
| Gemüsekuchen (4-6 Personen) | Mürbeteig 250 g Mehl 125 g Butter 1 Ei 1-2 EL Wasser 1 Prise Salz 500 g Broccoli 200 g Blumenkohl 250 g Möhren 250 g frischer Spinat 1 kl. Zwiebel 150 g Crème fraîche 3 Eier Pfeffer, Muskat 50 g geriebener Parmesan 50 g Butterflöckchen |
Aus den Teigzutaten einen Knetteig herstellen und ca. 30 min kalt stellen. Anschließend ausrollen und eine gefettete Form damit auslegen (Boden Rand). Broccoli und Blumenkohl in feine Röschen teilen, die Möhren in Scheiben schneiden und kurz in Salzwasser blanchieren. Den frischen Spinat waschen und grob hacken. Die Zwiebel würfeln. Das Gemüse auf den Teig verteilen. Crème fraîche mit den Eiern verrühren, abschmecken und über das Gemüse gießen, mit Parmesan bestreuen und die Butterflöckchen darauf verteilen. 40 – 45 min bei 175 °C Gesamter Kuchen enthält: 3.300 kcal, 100 g Eiweiß, 240 g Fett, 230 g KH, 1.963 mg Calcium |
Putenschnitzel mit Mozzarellakruste (4 Personen) |
600g Putenschnitzel Salz, Pfeffer 20 g Öl 150 g Schlagsahne 2 Tomaten 100 g frische Champignons 150 g Mozzarella |
Putenschnitzel mit Salz und Pfeffer würzen und in heißem Öl braten, herausnehmen und den Bratenfond mit der Sahne ablöschen. Die Tomaten und den Mozzarella in kleine Würfel schneiden, die Champignons waschen und vierteln und alles miteinander mischen. Die gebratenen Putenschnitzel in eine Auflaufform legen, die Tomaten-Käse-Masse auf die Schnitzel verteilen und den abgelöschten Bratenfond angießen. Bei 200 °C in den Backofen stellen, bis der Käse geschmolzen ist. (ca. 10 min) Enthält: 420 kcal, 18 g Eiweiß, 21 g Fett, 5 g KH, 204 mg Calcium |
| Nachspeise | ||
| Masurische Schmandspeise |
200 g Magerquark 200 g Joghurt (3,5 %) 40 g Zucker Zitronensaft 40 g Rosinen 120 g Schlagsahne |
Quark mit Joghurt, Zucker, und Zitronensaft glatt rühren und abschmecken. Rosinen waschen und zugeben. Schlagsahne steif schlagen und vorsichtig unterheben. Enthält228 kcal, 10 g Eiweiß, 11 g Fett, 21 g KH, 136 mg Calcium |
| Getränke | ||
| Vitamin-Milchmix |
1 l Buttermilch 100 ml Orangensaft Saft 1 Zitrone evtl. etw. Zucker/Süßstoff |
Alle Zutaten gut miteinander verquirlen. Gekühlt servieren! Enthält: 142 kcal, 10 g Eiweiß, 2 g Fett, 20 g KH, 287 mg Calcium |
Bedeutung der BewegungJe mehr Druck durch die Muskeln erzeugt wird, desto höher ist die Anzahl der Osteoblasten, also der Knochenaufbauzellen. Muskel- und Knochensystem sind daher voneinander abhängig. Bewegung im Freien hat folglich 2 positive Effekte. Zum einen den Aufbau der Muskeln und zum anderen die Aufnahme des in der Sonne enthaltenen UV-Lichts, wodurch die Bildung des Vitamin D angeregt wird. Bewegen Sie sich so oft wie möglich an der frischen Luft. Suchen Sie sich eine Sportart, die zu Ihnen passt und Ihnen Freude und Vergnügen bereitet: Wandern, Radfahren oder Schwimmen. Allerdings erzeugen kontinuierliche falsche Belastungen der Wirbelsäule langfristig Verschleißerscheinungen und Schmerz. Gerade Patienten über 50 Jahre mit akuten Rückenbeschwerden, sollten grundsätzlich auf Osteoporose getestet werden, um eine Diagnose ausschließen bzw. feststellen zu können. Für den Erhalt der Lebensqualität ist bei einer Diagnose, aber auch zur Vorbeugung, eine gezielte Therapie von enormer Bedeutung. Nutzen Sie dafür eine der stärksten Calciumquellen Europas! Natürliche Calciumzufuhr kombiniert mit physiotherapeutischen Anwendungen sind die Hauptbestandteile der Bad Suderöder Kurangebote. Das „gute Wasser“, das seit 1480 sprudelt, ist heute als natürliches Heilmittel anerkannt. Mit rund 2.000 mg Calcium je Liter ist es bestens für die Behandlung geeignet. Sie können es selbst testen bei Bewegungsübungen im 32 °C warmen Calciumsolebad oder bei der Trinkkur, die für die tägliche Calciumzufuhr sorgt.
Entsprechende Angebote finden Sie unter der Rubrik Pauschalarrangements.
Was kann ich bei Schmerzen tun?
Was kann ich bei akuten Schmerzen tun?Bei Schmerzen ist eine Sofortbehandlung durch einen (Bade-)Arzt angezeigt. Er wird festlegen, in welchem Maße Bettruhe, Mobilisierungen, Phasen vorsichtiger und kurzzeitiger Achsbelastung abwechselnd mit Übungen zu Entlastungshaltungen, Behandlung mit kalten Wickeln zur Durchblutungsförderung, Wärmebehandlungen, weitere Physiotherapie, Atemübungen, Yoga, Akupunktur, Elektrotherapie, Medikamente, stabilisierende orthopädische Maßnahmen wie Korsette, Stützmieder helfen können.
Was kann ich bei chronischen Schmerzen tun?
Bei chronischem Schmerz können nach Festlegung eines (Bade-)Arztes unter anderem Mobilisierungen, Kräftigungsübungen für die Rückenmuskulatur, Anspannungsbewegungen kombiniert mit Entlastungslagerung, Bewegungsbäder im warmen Wasser (gewichtsentlastender Auftrieb im Wasser), Schwimmen (ideale Kombination aus Wirbelsäulenentlastung und Muskeltraining), Krankengymnastik, sportherapeutische Maßnahmen (dem Alter angepasst; Trainingsschwerpunkte: Stabilisierung/ Kräftigung der Rückenmuskulatur) Linderung verschaffen.
Wo finde ich Gleichgesinnte?
Gleichgesinnte finden Sie u. a. in einer Selbsthilfegruppe. In den Gruppen können sich die Patienten austauschen, ihre Probleme diskutieren und durch ihre eigene Aktivität einen entscheidenden Beitrag zur Verbesserung ihres Zustandes leisten. Viele der örtlichen Gruppen organisieren darüber hinaus Vortragsveranstaltungen, äußern sich zu Ernährungsfragen und veranstalten Aktionswochen, um in der gesamten Breite auf Möglichkeiten der Vorbeugung aufmerksam zu machen. Ob und wo es eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe gibt, erfahren Sie beim Dachverband für Osteoporose -Selbsthilfegruppen, dem Bundesselbsthilfeverband für Osteoporose e. V. oder unter www.bfo-aktuell.de.
Kirchfeldstraße 149
D-40215 Düsseldorf
Tel.: 0211-301314-0
Fax: 0211-301314-10
Internet: www.osteoporose-deutschland.de
Bürozeiten
Mo. – Do.: 7.00 – 16.00 Uhr
Fr.: 7.30 – 13.00 Uhr
E-Mail: Info@Osteoporose-Deutschland.de







